Beschreibung der Pathologie
Die Lunatummalazie, auch Morbus Kienböck genannt, ist eine Durchblutungsstörung des Mondbeins, eines zentralen Handwurzelknochens. Der Knochen verliert dabei schrittweise seine Stabilität und kann im Verlauf einbrechen. Beschwerden sind Schmerzen in der Mitte des Handgelenks, Kraftverlust, Schwellung und zunehmende Bewegungseinschränkung. Die Diagnose erfolgt je nach Stadium mit Röntgen, MRT oder CT.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten
In frühen Stadien können Ruhigstellung, Belastungsreduktion, Schmerz- und Entzündungsbehandlung sowie engmaschige Verlaufskontrollen versucht werden. Da die Erkrankung fortschreiten kann, ist eine genaue stadiengerechte Beurteilung besonders wichtig.
Operative Behandlungsmöglichkeiten
Die Operation richtet sich nach Stadium, Durchblutung, Knochenform und Ulnavarianz. Möglich sind Druckentlastungsoperationen, Radius- oder Ulnakorrekturen, Durchblutungsverbesserung mit Knochenplastik, Teilversteifungen, Entfernung der ersten Handwurzelreihe oder in Spätstadien eine Handgelenksversteifung beziehungsweise andere Rettungsoperationen.
Nachbehandlung
Nach operativen Eingriffen ist meist eine mehrwöchige Ruhigstellung notwendig. Die Dauer hängt vom Verfahren und der Knochenheilung ab. Anschließend erfolgt Handtherapie zum Bewegungsaufbau, zur Schwellungsreduktion und zur Kräftigung. Belastungen werden schrittweise gesteigert.
Risiken und Nebenwirkungen
Möglich sind anhaltende Schmerzen, Fortschreiten der Erkrankung, Bewegungseinschränkung, Arthrose, Infektion, Wundheilungsstörung, verzögerte Knochenheilung, Implantatbeschwerden und Kraftminderung.
Fazit
Die Lunatummalazie ist eine ernstzunehmende Erkrankung der Handwurzel. Je früher sie erkannt wird, desto eher können gelenkerhaltende Maßnahmen eingesetzt werden. In späteren Stadien steht die Schmerzreduktion und der Erhalt einer möglichst alltagstauglichen Funktion im Vordergrund.