Beschreibung der Pathologie
Beim Digitus quintus varus weicht die kleine Zehe nach innen ab. Der Schneiderballen beschreibt den schmerzhaften knöchernen Vorsprung am äußeren Vorfuß im Bereich des fünften Mittelfußköpfchens. Durch Druck im Schuh können Rötungen, Schleimbeutelreizungen, Schwielen und Schmerzen entstehen.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten
Breites Schuhwerk, weiche Polster, Silikonorthesen, Druckschutz, Einlagen und die Behandlung von Hornhaut stehen im Vordergrund. Entzündungshemmende Maßnahmen können akute Reizzustände lindern.
Operative Behandlungsmöglichkeiten
Bei dauerhaften Beschwerden kann der knöcherne Vorsprung geglättet oder der fünfte Mittelfußknochen durch eine Osteotomie korrigiert werden. Ziel ist eine schmalere, besser belastbare Vorfußform mit weniger Druck im Schuh. Begleitende Fehlstellungen der kleinen Zehe können mitkorrigiert werden.
Nachbehandlung
Üblicherweise wird ein Verbandsschuh für etwa 4 bis 6 Wochen getragen. Der Fuß sollte anfangs geschont und hochgelagert werden. Verband und Zehenstellung werden regelmäßig kontrolliert.
Risiken und Nebenwirkungen
Möglich sind Infektion, Wundheilungsstörung, Schwellung, Narbenbeschwerden, Gefühlsstörungen, verzögerte Knochenheilung, erneute Fehlstellung oder anhaltende Druckempfindlichkeit.
Fazit
Der Schneiderballen ist häufig ein mechanisches Druckproblem. Solange Schuh- und Polstermaßnahmen helfen, ist keine Operation notwendig. Bei wiederkehrender Entzündung oder schmerzhafter Fehlstellung kann eine operative Korrektur sehr wirksam sein.