Beschreibung der Pathologie
Bei rheumatischen Erkrankungen der Hand können chronische Entzündungen Sehnenscheiden, Gelenke und Knochen verändern. Dadurch werden Sehnen gereizt, aufgeraut und im Verlauf geschwächt. Strecksehnenrisse treten besonders häufig am Handrücken und an der Kleinfingerseite auf. Betroffene bemerken oft plötzlich, dass ein oder mehrere Finger nicht mehr aktiv gestreckt werden können, manchmal ohne vorausgehenden starken Schmerz.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten
Entscheidend ist eine gute rheumatologische Basistherapie, um die Entzündung zu kontrollieren. Ergotherapie, Schienen, Gelenkschutz, entzündungshemmende Maßnahmen und regelmäßige handchirurgische Kontrollen können helfen, drohende Sehnenschäden früh zu erkennen. Bei bereits vollständigem Sehnenriss ist eine rein konservative Wiederherstellung der aktiven Streckung meist nicht möglich.
Operative Behandlungsmöglichkeiten
Je nach Befund kommen Entfernung entzündeter Sehnenscheiden, Glättung störender Knochenkanten, Sehnennaht, Sehnenumlagerung oder Sehnentransfer infrage. Häufig müssen gleichzeitig entzündlich zerstörte Gelenke stabilisiert oder rekonstruiert werden, damit die reparierten Sehnen nicht erneut geschädigt werden.
Nachbehandlung
Nach Sehnenrekonstruktionen ist eine spezialisierte Nachbehandlung mit Schienen und Handtherapie notwendig. Bewegung und Schutz müssen sorgfältig ausbalanciert werden, damit die Sehnen heilen, aber nicht verkleben. Die Rehabilitation dauert oft mehrere Wochen bis Monate.
Risiken und Nebenwirkungen
Möglich sind erneuter Sehnenriss, Verklebungen, Bewegungseinschränkung, Infektion, Wundheilungsstörung, anhaltende Schwellung, Kraftminderung, Nervenreizungen und fortschreitende rheumatische Gelenkveränderungen.
Fazit
Rheumatische Sehnenrisse an der Hand sind funktionell sehr bedeutsam und sollten rasch abgeklärt werden. Neben der operativen Wiederherstellung ist eine konsequente Kontrolle der Grunderkrankung entscheidend, um weitere Schäden zu vermeiden.