Beschreibung der Pathologie
Das Labrum der Hüfte ist eine faserknorpelige Gelenklippe am Rand der Hüftpfanne. Es vertieft die Pfanne, stabilisiert das Gelenk und unterstützt die Druckverteilung im Gelenk. Eine Labrumläsion kann durch Hüftimpingement, Dysplasie, Verdrehtraumen, Sportbelastung oder degenerative Veränderungen entstehen. Typisch sind tiefe Leistenschmerzen, Klicken, Schnappen, Blockadegefühl und Beschwerden bei Beugung oder Drehbewegungen.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten
Bei stabilen oder degenerativen Läsionen kann zunächst konservativ behandelt werden. Dazu gehören Belastungsanpassung, Physiotherapie zur Verbesserung von Hüftkontrolle und Beckenstabilität, Kräftigung der Gesäß- und Rumpfmuskulatur, Vermeidung schmerzhafter Endstellungen, entzündungshemmende Maßnahmen und gegebenenfalls diagnostische oder therapeutische Infiltrationen.
Operative Behandlungsmöglichkeiten
Wenn mechanische Beschwerden oder anhaltende Schmerzen bestehen, kann eine arthroskopische Behandlung sinnvoll sein. Je nach Befund wird das Labrum geglättet, genäht oder refixiert. Wichtig ist die gleichzeitige Behandlung der Ursache, etwa eines CAM- oder PINCER-Impingements oder einer relevanten Fehlform der Hüfte, damit das Labrum nicht erneut geschädigt wird.
Nachbehandlung
Nach einer Labrumrefixation wird die Hüfte meist für mehrere Wochen teilbelastet. Bewegungsgrenzen und Physiotherapie richten sich nach der Stabilität der Rekonstruktion und nach begleitenden Eingriffen. Der Belastungsaufbau erfolgt stufenweise; Sport wird erst nach ausreichender Kraft, Beweglichkeit und Koordination wieder aufgenommen.
Risiken und Nebenwirkungen
Möglich sind Infektion, Bluterguss, Nervenreizungen, Thrombose, anhaltende Leistenschmerzen, Bewegungseinschränkung, erneute Labrumläsion, fortschreitende Knorpelschäden und unzureichende Beschwerdebesserung bei bereits fortgeschrittener Arthrose.
Fazit
Labrumläsionen der Hüfte sind häufig mit mechanischen Ursachen wie einem Impingement verbunden. Nicht jeder Labrumriss muss operiert werden. Entscheidend sind Beschwerden, Gelenkform, Knorpelzustand und Aktivitätsanspruch. Bei klaren mechanischen Symptomen kann eine arthroskopische Therapie die Funktion verbessern.