Hand- & Ellenbogen
Ellenbogen
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Tennis- / Golferellenbogen
Beschreibung der Pathologie: Beim Tennisellenbogen und Golferellenbogen handelt es sich um schmerzhafte Reizzustände der Sehnenansätze am Ellenbogen. Beim Tennisellenbogen ist meist die Außenseite des Ellenbogens betroffen, beim Golferellenbogen die Innenseite. Ursache ist häufig eine wiederholte Überlastung der Unterarmmuskulatur, etwa durch Sport, handwerkliche Tätigkeiten, Computerarbeit oder ungewohnte Belastungen. Typisch sind Druckschmerz am Knochenvorsprung, Schmerzen beim Greifen, Heben oder Drehen sowie eine verminderte Kraft im Unterarm.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten: In den meisten Fällen steht die konservative Behandlung im Vordergrund. Dazu gehören Belastungsanpassung, vorübergehende Schonung, Physiotherapie, Dehnungs- und Kräftigungsübungen, Querfriktionen, manuelle Therapie, physikalische Maßnahmen, Epicondylitisbandagen oder Orthesen sowie entzündungshemmende Schmerzmittel. Stoßwellentherapie oder Eigenblut-/PRP-Behandlungen können bei chronischen Verläufen ergänzend eingesetzt werden. Kortisoninfiltrationen können kurzfristig Schmerzen lindern, werden aber wegen möglicher Auswirkungen auf die Sehnenqualität zurückhaltend eingesetzt.
Operative Behandlungsmöglichkeiten: Eine Operation wird meist erst erwogen, wenn über mehrere Monate konsequente konservative Maßnahmen keine ausreichende Besserung bringen und die Beschwerden den Alltag oder Beruf deutlich einschränken. Je nach Befund können krankhaft veränderte Sehnenanteile entfernt, der Sehnenansatz entlastet, vernarbtes Gewebe gelöst oder schmerzleitende Nervenfasern im Ansatzbereich behandelt werden. Dies kann offen oder in ausgewählten Fällen arthroskopisch erfolgen.
Nachbehandlung: Nach einer konservativen Behandlung ist ein langsamer Belastungsaufbau wichtig, damit die Sehnenansätze nicht erneut gereizt werden. Nach einer Operation wird der Ellenbogen je nach Verfahren kurzzeitig geschont oder in einer Schiene geschützt. Frühfunktionelle Bewegungsübungen, Physiotherapie und später gezielter Muskelaufbau sind entscheidend. Schwere körperliche Arbeit und sportliche Belastungen sollten erst nach ausreichender Heilung schrittweise wieder aufgenommen werden.
Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind anhaltende Schmerzen, erneute Reizung, Kraftminderung, Bewegungseinschränkung, Narbenbeschwerden, Bluterguss, Infektion, Wundheilungsstörung, Nervenreizungen und eine längere Heilungsdauer. Bei Infiltrationen können lokale Reizungen auftreten; Kortison kann bei wiederholter Anwendung die Sehnenqualität beeinträchtigen.
Fazit: Tennis- und Golferellenbogen sind häufige Überlastungserkrankungen, die zwar hartnäckig sein können, aber meist ohne Operation behandelt werden. Entscheidend sind Geduld, eine gute Analyse der auslösenden Belastung und ein konsequenter Wiederaufbau der Unterarmmuskulatur. Eine Operation bleibt chronischen, therapieresistenten Fällen vorbehalten.
Ellenbogengelenksarthrose
Beschreibung der Pathologie: Bei der Ellenbogengelenksarthrose, auch Cubitalarthrose genannt, ist der Gelenkknorpel im Ellenbogen abgenützt. Das Ellenbogengelenk ist zwar kein klassisches Traglastgelenk, kann aber durch frühere Verletzungen, Knochenbrüche, wiederholte schwere Belastung, sportliche Überlastung, Entzündungen oder altersbedingten Verschleiß geschädigt werden. Typisch sind Schmerzen bei Belastung, Anlaufschmerzen, zunehmende Steifigkeit, Reibegeräusche, Schwellung und manchmal Blockaden durch freie Gelenkkörper.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten: In frühen Stadien stehen Schmerzreduktion und Erhalt der Beweglichkeit im Vordergrund. Dazu gehören Belastungsanpassung, entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie, manuelle Therapie, Beweglichkeitsübungen, physikalische Maßnahmen wie Wärme, Kälte oder Elektrotherapie sowie gegebenenfalls Infiltrationen. Bei Bewegungseinschränkungen können spezielle Schienen oder angeleitete Mobilisationsprogramme hilfreich sein.
Operative Behandlungsmöglichkeiten: Wenn Schmerzen, Blockaden oder Bewegungseinschränkungen trotz konservativer Therapie bestehen, kann eine Operation sinnvoll sein. In frühen und mittleren Stadien wird häufig eine arthroskopische Gelenkreinigung durchgeführt. Dabei können freie Gelenkkörper entfernt, knöcherne Anbauten abgetragen, entzündetes Gewebe entfernt und die Beweglichkeit verbessert werden. Bei sehr fortgeschrittener Arthrose kann in ausgewählten Fällen ein künstliches Ellenbogengelenk erforderlich werden, wobei die spätere Belastbarkeit begrenzt ist.
Nachbehandlung: Nach arthroskopischen Eingriffen beginnt die Bewegung meist früh, da der Erhalt der Beweglichkeit besonders wichtig ist. Eine intensive Physiotherapie unterstützt Streckung, Beugung und Alltagsfunktion. Nach größeren Eingriffen oder einer Prothese richtet sich die Nachbehandlung nach Stabilität, Wundheilung und ärztlicher Vorgabe. Schwere Belastungen müssen insbesondere nach Gelenkersatz dauerhaft begrenzt werden.
Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Infektion, Bluterguss, Wundheilungsstörung, Nervenreizungen, anhaltende Schmerzen, erneute Bewegungseinschränkung, Instabilität, freie Gelenkkörper, Thrombose sowie bei Prothesen Lockerung, Verschleiß oder Belastungsgrenzen im Alltag.
Fazit: Die Ellenbogengelenksarthrose ist seltener als Arthrosen an Hüfte oder Knie, kann aber die Armfunktion erheblich beeinträchtigen. Frühzeitig können konservative Maßnahmen helfen, Schmerzen zu lindern und Beweglichkeit zu erhalten. Bei Blockaden oder fortgeschrittener Einschränkung kann eine arthroskopische Behandlung oder in seltenen Fällen ein Gelenkersatz notwendig werden.
Hand- und Fingergelenke
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Handgelenksinstabilität
Beschreibung der Pathologie: Eine Handgelenksinstabilität entsteht, wenn wichtige Bänder der Handwurzel überdehnt, eingerissen oder dauerhaft geschädigt sind. Besonders häufig betroffen sind die Verbindungen zwischen Kahnbein und Mondbein oder zwischen Mondbein und Dreiecksbein. Die Handwurzelknochen bewegen sich dann nicht mehr harmonisch zueinander. Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen, Kraftverlust, ein Schnappen oder Knacken im Handgelenk und Unsicherheit bei Stütz- oder Drehbewegungen.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Bei frischen oder leichten Instabilitäten können Ruhigstellung, Handgelenksorthesen, entzündungshemmende Maßnahmen, gezielte Handtherapie, Kräftigung der Unterarmmuskulatur und Belastungsanpassung helfen. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren und die muskuläre Führung des Handgelenks zu verbessern.
Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei ausgeprägter, schmerzhafter oder fortschreitender Instabilität kann eine operative Stabilisierung notwendig sein. Je nach Bandverletzung und Stadium kommen arthroskopische Beurteilung, Bandnaht, Bandrekonstruktion, temporäre Drahtfixierung, Kapselraffung oder in fortgeschrittenen Fällen Teilversteifungen des Handgelenks infrage.
Nachbehandlung: Nach Bandrekonstruktionen oder Stabilisierungen ist meist eine mehrwöchige Ruhigstellung in Schiene oder Gips erforderlich. Danach erfolgt ein schrittweiser Bewegungsaufbau mit Handtherapie. Belastung, Stützen und Krafttraining werden erst nach gesicherter Heilung langsam gesteigert.
Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Infektion, Wundheilungsstörung, Schwellung, Bewegungseinschränkung, Steifigkeit, Nervenreizungen, Restinstabilität, erneute Bandverletzung, anhaltende Schmerzen und eine spätere Arthroseentwicklung.
Fazit: Handgelenksinstabilitäten sollten frühzeitig abgeklärt werden, da unbehandelte Bandverletzungen langfristig zu Fehlbelastung und Arthrose führen können. Die Therapie richtet sich nach Art, Dauer und Ausmaß der Instabilität.
Ulna plus Pathologie
Beschreibung der Pathologie: Bei der Ulna-plus-Pathologie ist die Elle im Bereich des Handgelenks im Verhältnis zur Speiche etwas länger. Dadurch kommt es zu vermehrtem Druck auf die kleinfingerseitige Handwurzel und den Faserknorpelkomplex des Handgelenks. Man spricht auch vom ulnokarpalen Impaktionssyndrom. Typisch sind Schmerzen an der Kleinfingerseite des Handgelenks, besonders bei Drehbewegungen, Stützbelastung oder kräftigem Zugreifen.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Zu Beginn können Belastungsreduktion, Handgelenksorthesen, entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie, Anpassung belastender Tätigkeiten und gegebenenfalls Infiltrationen eingesetzt werden. Ziel ist es, die Überlastung an der Kleinfingerseite des Handgelenks zu reduzieren.
Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei anhaltenden Beschwerden kann eine operative Druckentlastung notwendig werden. Häufig wird eine Ulnaverkürzungsosteotomie durchgeführt, bei der die Elle wenige Millimeter verkürzt und mit einer Platte stabilisiert wird. Bei begleitenden Schäden am Faserknorpelkomplex können arthroskopische Maßnahmen ergänzt werden.
Nachbehandlung: Nach einer Ulnaverkürzung ist meist eine Ruhigstellung oder schützende Schiene für mehrere Wochen erforderlich. Die Belastung wird erst nach fortschreitender Knochenheilung gesteigert. Röntgenkontrollen prüfen die Durchbauung, Handtherapie unterstützt Beweglichkeit und Kraftaufbau.
Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind verzögerte Knochenheilung, Pseudarthrose, Implantatreizung, Infektion, Wundheilungsstörung, Nervenreizungen, Bewegungseinschränkung, Restschmerzen und Beschwerden durch angrenzende Handgelenksstrukturen.
Fazit: Die Ulna-plus-Pathologie ist eine mechanische Überlastung der kleinfingerseitigen Handwurzel. Viele Beschwerden lassen sich konservativ bessern. Bei dauerhaftem Druckschmerz kann eine operative Entlastung die Belastbarkeit des Handgelenks deutlich verbessern.
Lunatummalazie
Beschreibung der Pathologie: Die Lunatummalazie, auch Morbus Kienböck genannt, ist eine Durchblutungsstörung des Mondbeins, eines zentralen Handwurzelknochens. Der Knochen verliert dabei schrittweise seine Stabilität und kann im Verlauf einbrechen. Beschwerden sind Schmerzen in der Mitte des Handgelenks, Kraftverlust, Schwellung und zunehmende Bewegungseinschränkung. Die Diagnose erfolgt je nach Stadium mit Röntgen, MRT oder CT.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten: In frühen Stadien können Ruhigstellung, Belastungsreduktion, Schmerz- und Entzündungsbehandlung sowie engmaschige Verlaufskontrollen versucht werden. Da die Erkrankung fortschreiten kann, ist eine genaue stadiengerechte Beurteilung besonders wichtig.
Operative Behandlungsmöglichkeiten: Die Operation richtet sich nach Stadium, Durchblutung, Knochenform und Ulnavarianz. Möglich sind Druckentlastungsoperationen, Radius- oder Ulnakorrekturen, Durchblutungsverbesserung mit Knochenplastik, Teilversteifungen, Entfernung der ersten Handwurzelreihe oder in Spätstadien eine Handgelenksversteifung beziehungsweise andere Rettungsoperationen.
Nachbehandlung: Nach operativen Eingriffen ist meist eine mehrwöchige Ruhigstellung notwendig. Die Dauer hängt vom Verfahren und der Knochenheilung ab. Anschließend erfolgt Handtherapie zum Bewegungsaufbau, zur Schwellungsreduktion und zur Kräftigung. Belastungen werden schrittweise gesteigert.
Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind anhaltende Schmerzen, Fortschreiten der Erkrankung, Bewegungseinschränkung, Arthrose, Infektion, Wundheilungsstörung, verzögerte Knochenheilung, Implantatbeschwerden und Kraftminderung.
Fazit: Die Lunatummalazie ist eine ernstzunehmende Erkrankung der Handwurzel. Je früher sie erkannt wird, desto eher können gelenkerhaltende Maßnahmen eingesetzt werden. In späteren Stadien steht die Schmerzreduktion und der Erhalt einer möglichst alltagstauglichen Funktion im Vordergrund.
Handgelenksarthrose
Beschreibung der Pathologie: Bei einer Handgelenksarthrose ist der Gelenkknorpel zwischen Speiche und Handwurzel oder innerhalb der Handwurzel abgenützt. Häufig entsteht sie nach Brüchen, Bandverletzungen, chronischer Instabilität, entzündlichen Erkrankungen oder langjähriger Fehlbelastung. Beschwerden sind Belastungsschmerz, Schwellung, Kraftverlust, Bewegungseinschränkung und gelegentlich Reibegeräusche oder Blockaden.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Zu Beginn helfen Handgelenksorthesen, Belastungsanpassung, entzündungshemmende Medikamente, Wärme- oder Kälteanwendungen, Handtherapie, ergonomische Hilfsmittel und gegebenenfalls Infiltrationen. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern und die vorhandene Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten.
Operative Behandlungsmöglichkeiten: Je nach Arthrosemuster kommen arthroskopische Gelenkreinigung, Denervation zur Schmerzreduktion, Teilversteifungen, Entfernung der ersten Handwurzelreihe oder eine vollständige Handgelenksversteifung infrage. In ausgewählten Fällen kann auch ein künstlicher Gelenkersatz diskutiert werden.
Nachbehandlung: Die Nachbehandlung richtet sich nach dem Verfahren. Nach kleineren Eingriffen beginnt die Bewegung häufig früher. Nach Teil- oder Vollversteifungen ist eine längere Ruhigstellung erforderlich, bis die Knochenheilung ausreichend fortgeschritten ist. Handtherapie unterstützt Kraft, Beweglichkeit und Alltagsfunktion.
Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Infektion, Wundheilungsstörung, Schwellung, Steifigkeit, Kraftminderung, Restschmerzen, verzögerte Knochenheilung, Implantatbeschwerden, Nervenreizungen und Belastungsbeschwerden an benachbarten Gelenken.
Fazit: Die Handgelenksarthrose kann Alltag, Beruf und Sport deutlich beeinträchtigen. Die Behandlung richtet sich nach Ausmaß, Ursache und Funktionsanspruch. Oft lassen sich Beschwerden konservativ verbessern; bei fortgeschrittener Arthrose stehen verschiedene gelenkerhaltende oder stabilisierende Operationen zur Verfügung.
Tendinitis des ersten Strecksehnenfaches - De Quervain
Beschreibung der Pathologie: Die Tendinitis de Quervain ist eine schmerzhafte Einengung und Reizung der Sehnen im ersten Strecksehnenfach an der Daumenseite des Handgelenks. Betroffen sind Sehnen, die den Daumen abspreizen und strecken. Typisch sind stechende Schmerzen über dem speichenseitigen Handgelenk, Beschwerden beim Greifen, Heben, Drehen und bei Daumenbewegungen sowie manchmal eine lokale Schwellung.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Häufig helfen Schonung auslösender Bewegungen, Daumen-Handgelenks-Schiene, entzündungshemmende Medikamente, Kühlung, Handtherapie, ergonomische Anpassungen und in ausgewählten Fällen eine gezielte Infiltration in die Sehnenscheide.
Operative Behandlungsmöglichkeiten: Wenn die Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung bestehen bleiben, kann eine operative Spaltung des ersten Strecksehnenfaches durchgeführt werden. Dabei wird die verengte Sehnenscheide eröffnet, damit die Sehnen wieder frei gleiten können. Eventuelle Unterfächer werden mitbeurteilt und gegebenenfalls ebenfalls entlastet.
Nachbehandlung: Nach der Operation wird die Hand meist früh bewegt, schwere Belastungen werden zunächst vermieden. Eine kurze Schonung, Wundkontrollen und gegebenenfalls Handtherapie unterstützen die Heilung. Die Rückkehr zu Alltagstätigkeiten erfolgt meist schrittweise nach Beschwerdeverlauf.
Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Infektion, Bluterguss, Narbenbeschwerden, Wundheilungsstörung, Nervenreizungen mit Gefühlsstörungen am Daumenrücken, anhaltende Schmerzen, erneute Einengung oder ein störendes Sehnenschnappen.
Fazit: Die Tendinitis de Quervain ist eine häufige Ursache daumenseitiger Handgelenksschmerzen. Viele Fälle bessern sich mit Schiene, Entlastung und gezielter Therapie. Bei hartnäckiger Einengung ist die operative Entlastung meist ein kleiner, aber wirkungsvoller Eingriff.
Sehnenrisse an der Hand (rheumatisch)
Beschreibung der Pathologie: Bei rheumatischen Erkrankungen der Hand können chronische Entzündungen Sehnenscheiden, Gelenke und Knochen verändern. Dadurch werden Sehnen gereizt, aufgeraut und im Verlauf geschwächt. Strecksehnenrisse treten besonders häufig am Handrücken und an der Kleinfingerseite auf. Betroffene bemerken oft plötzlich, dass ein oder mehrere Finger nicht mehr aktiv gestreckt werden können, manchmal ohne vorausgehenden starken Schmerz.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Entscheidend ist eine gute rheumatologische Basistherapie, um die Entzündung zu kontrollieren. Ergotherapie, Schienen, Gelenkschutz, entzündungshemmende Maßnahmen und regelmäßige handchirurgische Kontrollen können helfen, drohende Sehnenschäden früh zu erkennen. Bei bereits vollständigem Sehnenriss ist eine rein konservative Wiederherstellung der aktiven Streckung meist nicht möglich.
Operative Behandlungsmöglichkeiten: Je nach Befund kommen Entfernung entzündeter Sehnenscheiden, Glättung störender Knochenkanten, Sehnennaht, Sehnenumlagerung oder Sehnentransfer infrage. Häufig müssen gleichzeitig entzündlich zerstörte Gelenke stabilisiert oder rekonstruiert werden, damit die reparierten Sehnen nicht erneut geschädigt werden.
Nachbehandlung: Nach Sehnenrekonstruktionen ist eine spezialisierte Nachbehandlung mit Schienen und Handtherapie notwendig. Bewegung und Schutz müssen sorgfältig ausbalanciert werden, damit die Sehnen heilen, aber nicht verkleben. Die Rehabilitation dauert oft mehrere Wochen bis Monate.
Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind erneuter Sehnenriss, Verklebungen, Bewegungseinschränkung, Infektion, Wundheilungsstörung, anhaltende Schwellung, Kraftminderung, Nervenreizungen und fortschreitende rheumatische Gelenkveränderungen.
Fazit: Rheumatische Sehnenrisse an der Hand sind funktionell sehr bedeutsam und sollten rasch abgeklärt werden. Neben der operativen Wiederherstellung ist eine konsequente Kontrolle der Grunderkrankung entscheidend, um weitere Schäden zu vermeiden.
Schnellender Finger
Beschreibung der Pathologie: Beim schnellenden Finger, auch Tendovaginitis stenosans oder Ringbandstenose genannt, gleitet die Beugesehne nicht mehr frei durch ihr Führungsband in der Hohlhand. Durch Verdickung von Sehne oder Sehnenscheide bleibt die Sehne hängen und springt dann ruckartig weiter. Typisch sind Schnappen, Schmerzen beim Beugen oder Strecken, ein tastbarer Knoten in der Hohlhand und in fortgeschrittenen Fällen eine Blockade des Fingers.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Frühzeitig können Schonung, entzündungshemmende Medikamente, Schienenbehandlung, Handtherapie, Wärme oder Kälte und eine gezielte Kortisoninfiltration in die Sehnenscheide helfen. Bei Diabetes oder rheumatischen Erkrankungen ist die Behandlung der Grunderkrankung ebenfalls wichtig.
Operative Behandlungsmöglichkeiten: Wenn das Schnappen anhält, Schmerzen bestehen oder der Finger blockiert, kann das A1-Ringband operativ gespalten werden. Dadurch erhält die Beugesehne wieder ausreichend Platz zum Gleiten. Der Eingriff ist meist klein und kann häufig in lokaler Betäubung durchgeführt werden.
Nachbehandlung: Nach der Ringbandspaltung wird der Finger in der Regel früh bewegt. Wundheilung, Narbenpflege und gegebenenfalls Handtherapie sind wichtig, damit die Sehne gut gleitet. Schwere Belastungen sollten bis zur sicheren Wundheilung vermieden werden.
Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Infektion, Bluterguss, Wundheilungsstörung, Narbenempfindlichkeit, Steifigkeit, Nervenreizungen, unvollständige Beschwerdebesserung, erneutes Schnappen und sehr selten eine Beeinträchtigung der Sehnenführung.
Fazit: Der schnellende Finger ist eine häufige und gut behandelbare Sehnengleitstörung. Anfangs können konservative Maßnahmen helfen. Bei wiederkehrendem Schnappen oder Blockade ist die operative Ringbandspaltung meist sehr effektiv.
Fingergelenksarthrosen
Beschreibung der Pathologie: Fingergelenksarthrosen sind Verschleißerkrankungen der kleinen Fingergelenke. Häufig betroffen sind die Endgelenke, Mittelgelenke oder das Daumensattelgelenk. Es kommt zu Knorpelabbau, knöchernen Anbauten, Schwellung, Schmerzen und zunehmender Steifigkeit. Typisch sind Belastungsschmerzen, Anlaufschmerzen, Kraftverlust beim Greifen und sichtbare Knoten oder Achsabweichungen der Finger.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Im Vordergrund stehen Gelenkschutz, Ergotherapie, Wärmebehandlung bei chronischen Beschwerden, Kälte bei akuter Reizung, entzündungshemmende Medikamente, Schienen, Hilfsmittel für Alltag und Beruf sowie gezielte Übungen zum Erhalt der Beweglichkeit. Infiltrationen können bei einzelnen stark entzündeten Gelenken erwogen werden.
Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei starken Schmerzen oder deutlicher Fehlstellung kommen je nach Gelenk und Funktionsanspruch Versteifungen, Gelenkrekonstruktionen, Entfernung störender Knochenanbauten oder Kunstgelenke infrage. Am Daumensattelgelenk stehen spezielle stabilisierende und rekonstruktive Verfahren zur Verfügung.
Nachbehandlung: Die Nachbehandlung hängt vom Eingriff ab. Nach Versteifungen ist eine Ruhigstellung bis zur Knochenheilung erforderlich. Nach Gelenkrekonstruktionen oder Kunstgelenken sind Handtherapie, Schienenversorgung und ein langsamer Belastungsaufbau wichtig. Ziel ist eine möglichst schmerzarme und alltagstaugliche Handfunktion.
Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Infektion, Wundheilungsstörung, Steifigkeit, Kraftminderung, Restschmerzen, Implantatlockerung oder -bruch, verzögerte Knochenheilung, Nervenreizungen und eine fortschreitende Arthrose in benachbarten Gelenken.
Fazit: Fingergelenksarthrosen sind häufig und können Feinmotorik, Greifkraft und Alltagstätigkeiten deutlich beeinträchtigen. Eine frühzeitige konservative Behandlung kann Beschwerden lindern. Bei fortgeschrittenen Schmerzen stehen individuelle operative Möglichkeiten zur Verfügung, die Schmerzreduktion und Funktion verbessern sollen.