Fuß & Sprunggelenk

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Hallux valgus

Hallux Valgus ist eine häufige Fußdeformität, die Millionen von Menschen betrifft. Es tritt auf, wenn sich die große Zehe nach außen neigt und sich ein Ballen (schmerzhafter knöcherner Überstand) im Bereich des Großzehengrundgelenkes bildet.
Auch der Hallux rigidus ist eine ebenso häufige Fußdeformität, die sich vor allem durch eine Abnahme der Beweglichkeit des Großzehengrundgelenkes, sowie durch eine Zunahme Schmerzen äußert.

Diese Erkrankungen können beide Schmerzen verursachen, sowie die Lebensqualität und Mobilität deutlich beeinträchtigen, aber es gibt verschiedene Behandlungsoptionen, die helfen können.

 

Konservative Behandlungsmöglichkeiten:

Schuhwerk: Das Tragen von Schuhen mit breiteren Zehenboxen kann den Druck auf den Hallux Valgus reduzieren und Beschwerden lindern.

Einlagen: Spezielle Einlagen können dazu beitragen, die Belastung auf den Fuß gleichmäßiger zu verteilen und die Schmerzen zu reduzieren.

Physiotherapie: Durch gezielte Übungen und physikalische Therapie kann die Muskulatur gestärkt und die Beweglichkeit verbessert werden, um die Beschwerden zu lindern.

Infiltrationen: Das schmerzhafte Gelenk kann mit lokalem Betäubungsmittel und Cortison infiltriert werden um zumindest kurzfristig Schmerzfreiheit zu erreichen.

 

Operative Behandlungsoptionen:

Korrektive Chirurgie: In Fällen in denen konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichend sind, kann eine Operation erforderlich sein, um den Hallux Valgus oder Hallux Rigidus zu korrigieren.

Zu diesen Methoden gehören:

Cheilektomie: Bei dieser Operation entfernt der Chirurg den Ballen (schmerzhaften knöchernen Überstand) im Bereich des Großzehengrundgelenkes und kann auch bei Bedarf die Zehe neu ausrichten.

Osteotomien: Diese Verfahren beinhalteten das Entfernen eines Teils des Knochens im Bereich des Hallux Valgus und das Neujustieren der Knochen, um eine verbesserte Ausrichtung zu erreichen. Es gibt verschiedene Arten der zur Anwendung kommenden Osteotomien, je nachdem wie schwerwiegend die Fehlstellung der Großzehe vor der Operation ist, um das beste Ergebnis zu erreichen.

Austin OP: (bei leichteren Formen des Hallux valgus) Bei dieser Operation wird durch eine V-förmige Sägeschnittführung im vorderen Bereich das ersten Mittelfußknochens, eine Neuausrichtung des Knochens durchgeführt und dieser danach zumeist mit einer im Knochen versenkten Schraube fixiert. Zusätzlich wird durch Durchführung einer speziellen Weichteiltechnik (Lösung der Gelenkskapsel außen und Raffung der Gelenkskapsel innen) eine Geradestellung der Großzehe erreicht, wobei es das Ziel ist, die Beweglichkeit der Großzehe zu erhalten.

Scarf OP: (bei mittelschweren Formen des Hallux valgus) Ähnlich zur Austin OP (siehe oben) wird der Knochensägeschnitt etwas weiter zurückgeführt und erfasst dabei den vorderen und mittleren Bereich des ersten Mittelfußknochens, somit kann ein höheres Korrekturpotenzial erreich werden. Die Fixierung durch im Knochen versenkbare Schrauben und die sogenannte Weichteiltechnik bleiben gleich zur Austin OP.

Lapidus Arthrodese / Lapidus OP: (bei schweren Formen des Hallux valgus) Bei dieser Operation erfolgt die Korrektur der Fehlstellung durch die Versteifung des bei schwereren Formen des Hallux valgus zumeist instabilen und schmerzhaften TMT Gelenkes (das nächste, körpernähere Gelenk am Mittelfuß) in korrigierter Position. Hierzu wird dieses Gelenk herausgesägt, wobei die Sägeschnitte gleichzeitig die Fehlstellung des Mittelfußknochens korrigieren. Die daraufhin entstandenen Gelenksflächen werden in der neuen Position aufeinander gestellt und mit einer Zugschraube und einer von sohlenwärts angebrachten Platte fixiert. Eine zusätzliche Weichteiltechnik kann komplementär zur Austin OP zusätzlich durchgeführt werden.

Arthrodese des Großzehengrundgelenkes: (bei schweren Formen des Hallux valgus bei den zusätzlich ein stärkerer Gelenksverschleiß zu erwarten ist – Hallux rigidus) Bei dieser Operation wird das Gelenk zwischen dem großen Zeh und dem Mittelfußknochen versteift, um den Hallux Valgus zu korrigieren. Obwohl dies die Beweglichkeit der großen Zehe beeinträchtigen kann, kann es eine effektive Option für Patienten sein, die anhaltende Schmerzen haben.

Minimalinvasive Verfahren: Es gibt auch minimalinvasive Techniken, bei denen kleinere Schnitte gemacht werden und spezielle Instrumente verwendet werden, um den Hallux Valgus zu korrigieren. Diese Verfahren können oft zu einer schnelleren Genesung und weniger postoperativen Schmerzen führen.

Nachbehandlung:

Bei den einfacheren Hallux valgus Fehlstellungen, welche mittels Cheilektomie, Austin oder Scarf Operation versorg werden können, wir zumeist ein spezieller Verbandsschuh mit steifer Sohle, sowie ein spezielles Verbandsystem verordnet, welches für 6 Wochen unter Vollbelastung konsequent zu tragen ist. Unterarmstützkrücken sind zumeist nicht notwendig, die Patientinnen bleiben mobil.

In schwereren Fällen, bei denen eine Versorgung mittels Lapidus OP oder Versteifung des Großzehengrundgelenkes  durchgeführt werden musste, ist die Nachbehandlung unter anderem auch von der Knochenqualität abhängig zu machen. Als guter Mittelweg für die Nachbehandlung kann an dieser Stelle zum Beispiel eine Teilbelastung mit speziellem Verbandsschuh oder Walker-Stiefel unter Zuhilfenahme von Unterarmstützkrücken für die ersten zwei postoperativen Wochen, gefolgt von zunehmender Belastung bis Vollbelastung für 4 weitere Wochen, genannt werden.

Minimalinvasive Operationstechniken kommen zumeist mit dem angesprochenen einfacheren Nachbehandlungsschema aus, bedürfen jedoch einer speziell konsequenten Nachbehandlung mit redressierenden Verbänden, ebenfalls über mindestens 6 Wochen.

Die notwendigen regelmäßigen Verbandwechsel und Kontrollen, sollten in jedem Fall von speziell geschultem Fachpersonal durchgeführt werden.

Risiken und Nebenwirkungen:

Wie bei jeder medizinischen Behandlung gibt es auch bei der Behandlung von Hallux Valgus Risiken und Nebenwirkungen. Dazu gehören Infektionen, Blutergüsse, Schwellungen und gelegentlich eine unzureichende oder überschießende Korrektur des Hallux Valgus. Es ist wichtig, diese Risiken mit Ihrem Arzt zu besprechen und alle Fragen zu klären, bevor Sie sich für eine Behandlung entscheiden.

Fazit: Unser Team von Fachleuten in der Ordination5 steht Ihnen zur Verfügung, um Sie über die besten Behandlungsoptionen für Ihren Hallux Valgus zu beraten. Kontaktieren Sie uns noch heute, um einen Termin zu vereinbaren und den ersten Schritt zu machen, um Ihre Fußgesundheit zu verbessern.

Hallux valgus interphalangeus

Beschreibung der Pathologie: Beim Hallux valgus interphalangeus liegt die Fehlstellung nicht hauptsächlich im Großzehengrundgelenk, sondern im Grundglied der Großzehe selbst. Die Großzehe knickt dadurch in Richtung der zweiten Zehe ab. Häufig entstehen Druckstellen, Schwielen oder Schmerzen zwischen erster und zweiter Zehe oder im Schuh.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Zu Beginn stehen breites Schuhwerk, weiche Polster, Zehenspreizer, Silikonorthesen und gegebenenfalls Einlagen im Vordergrund. Ziel ist es, Druck zu reduzieren und Reibung zu vermeiden. Begleitende Fußgymnastik kann helfen, die Beweglichkeit zu erhalten, die knöcherne Fehlstellung aber meist nicht dauerhaft korrigieren.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei anhaltenden Beschwerden kann eine Akin-Osteotomie durchgeführt werden. Dabei wird ein kleiner Knochenkeil aus dem Grundglied der Großzehe entfernt und der Knochen in geraderer Stellung fixiert. Der Eingriff wird häufig mit einer Hallux-valgus-Operation kombiniert, wenn zusätzlich eine Fehlstellung im Großzehengrundgelenk besteht.

Nachbehandlung: In der Regel wird für etwa 4 bis 6 Wochen ein Verbandsschuh getragen. Die Belastung ist abhängig von der Stabilität der Korrektur und von eventuell zusätzlich durchgeführten Eingriffen. Regelmäßige Kontrollen und Verbandswechsel sichern die Stellung der Zehe während der Heilungsphase.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Schwellung, Bluterguss, Wundheilungsstörung, Infektion, verzögerte Knochenheilung, Über- oder Unterkorrektur, erneute Druckbeschwerden sowie selten eine Reizung durch das eingebrachte Fixationsmaterial.

Fazit: Der Hallux valgus interphalangeus ist meist gut behandelbar. Solange die Beschwerden gering sind, stehen druckentlastende Maßnahmen im Vordergrund. Bei schmerzhaften, störenden Fehlstellungen kann eine gezielte knöcherne Korrektur eine deutliche Entlastung bringen.

Metatarsalgie

Beschreibung der Pathologie: Metatarsalgie bezeichnet Schmerzen im Bereich des Vorfußballens, meist unter den Köpfchen der Mittelfußknochen. Betroffene beschreiben häufig ein Brennen, Druckgefühl oder das Gefühl, auf einem Steinchen zu gehen. Ursachen sind unter anderem Spreizfuß, lange oder abgesunkene Mittelfußknochen, Überlastung, ungeeignetes Schuhwerk, entzündliche Erkrankungen oder begleitende Zehenfehlstellungen.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Im Vordergrund stehen druckentlastende Einlagen mit Pelotte, Schuhe mit ausreichend Platz im Vorfuß, eine steifere oder abrollunterstützende Sohle, Reduktion von hohen Absätzen, Physiotherapie, Dehnung der Waden- und Achillessehne sowie Behandlung von Hornhaut oder Schwielen. Entzündungshemmende Medikamente oder Infiltrationen können zeitweise Schmerzen reduzieren.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen, kann eine operative Entlastung der überlasteten Mittelfußköpfchen erfolgen. Häufig kommen Weil-Osteotomien oder minimalinvasive distale Mittelfußosteotomien zur Anwendung. Dabei wird der betroffene Mittelfußknochen verkürzt oder angehoben, um den Druck unter dem Vorfuß besser zu verteilen. Begleitende Zehenfehlstellungen oder Instabilitäten können gleichzeitig korrigiert werden.

Nachbehandlung: Nach einer Operation wird meist ein Verbandsschuh mit steifer Sohle für etwa 4 bis 6 Wochen getragen. Je nach Eingriff ist eine Teil- oder Vollbelastung möglich. Schwellungen des Vorfußes können länger anhalten, weshalb Hochlagern, Kühlung, Lymphdrainage und konsequente Nachkontrollen wichtig sind.

Risiken und Nebenwirkungen: Zu den möglichen Risiken zählen Infektion, Wundheilungsstörung, verzögerte Knochenheilung, anhaltende Schwellung, erneute oder verlagerte Vorfußschmerzen, Bewegungseinschränkung, Gefühlsstörungen und eine sogenannte „floating toe“-Stellung, bei der eine Zehe den Boden weniger gut berührt.

Fazit: Metatarsalgie ist ein häufiges, aber sehr unterschiedlich verursachtes Beschwerdebild. Eine genaue Analyse der Belastung und Fußform ist entscheidend. Viele Beschwerden lassen sich konservativ deutlich bessern; bei hartnäckiger Überlastung kann eine gezielte operative Druckumverteilung sinnvoll sein.

Subluxierte- und Luxierte Zehengrundgelenke

Beschreibung der Pathologie: Bei subluxierten oder luxierten Zehengrundgelenken steht eine Zehe nicht mehr zentriert im Gelenk. Bei der Subluxation ist sie teilweise, bei der Luxation vollständig aus dem Gelenk verschoben. Häufig betroffen ist die zweite Zehe. Ursachen sind Instabilität der Gelenkkapsel und der plantaren Platte, Spreizfuß, Hallux valgus oder langjährige Überlastung. Typisch sind Schmerzen am Vorfuß, Schwielen, Zehenabweichung und ein Gefühl von Instabilität.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Frühzeitig können Einlagen, Zehentapes, Silikonorthesen, Schuhzurichtungen, Physiotherapie und entzündungshemmende Maßnahmen helfen. Ziel ist es, das Gelenk zu entlasten, die Zehe zu führen und ein weiteres Fortschreiten zu bremsen.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei ausgeprägter Instabilität kann eine operative Zentrierung notwendig werden. Je nach Befund kommen eine Rekonstruktion der plantaren Platte, Kapselraffung, Sehnenverlagerung, Weil-Osteotomie, Korrektur begleitender Hammer- oder Krallenzehen sowie in schweren Fällen eine temporäre Drahtstabilisierung infrage.

Nachbehandlung: Meist ist für 4 bis 6 Wochen ein Verbandsschuh erforderlich. Die Zehe wird durch Verband, Tape oder gegebenenfalls einen Draht in der korrigierten Stellung gehalten. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, da die Weichteile Zeit benötigen, um stabil zu verheilen.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Schwellung, Steifigkeit, Infektion, Wundheilungsstörung, erneute Fehlstellung, Überkorrektur, anhaltende Vorfußschmerzen, Gefühlsstörungen und Beschwerden durch eine vorübergehende Drahtfixierung.

Fazit: Instabile Zehengrundgelenke sollten früh erkannt werden, da eine beginnende Fehlstellung konservativ oft besser beeinflussbar ist als eine vollständige Luxation. Bei fortgeschrittener Verschiebung kann eine operative Wiederherstellung der Gelenkstellung die Belastbarkeit des Vorfußes verbessern.

Digitus quintus varus / Schneiderballen

Beschreibung der Pathologie: Beim Digitus quintus varus weicht die kleine Zehe nach innen ab. Der Schneiderballen beschreibt den schmerzhaften knöchernen Vorsprung am äußeren Vorfuß im Bereich des fünften Mittelfußköpfchens. Durch Druck im Schuh können Rötungen, Schleimbeutelreizungen, Schwielen und Schmerzen entstehen.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Breites Schuhwerk, weiche Polster, Silikonorthesen, Druckschutz, Einlagen und die Behandlung von Hornhaut stehen im Vordergrund. Entzündungshemmende Maßnahmen können akute Reizzustände lindern.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei dauerhaften Beschwerden kann der knöcherne Vorsprung geglättet oder der fünfte Mittelfußknochen durch eine Osteotomie korrigiert werden. Ziel ist eine schmalere, besser belastbare Vorfußform mit weniger Druck im Schuh. Begleitende Fehlstellungen der kleinen Zehe können mitkorrigiert werden.

Nachbehandlung: Üblicherweise wird ein Verbandsschuh für etwa 4 bis 6 Wochen getragen. Der Fuß sollte anfangs geschont und hochgelagert werden. Verband und Zehenstellung werden regelmäßig kontrolliert.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Infektion, Wundheilungsstörung, Schwellung, Narbenbeschwerden, Gefühlsstörungen, verzögerte Knochenheilung, erneute Fehlstellung oder anhaltende Druckempfindlichkeit.

Fazit: Der Schneiderballen ist häufig ein mechanisches Druckproblem. Solange Schuh- und Polstermaßnahmen helfen, ist keine Operation notwendig. Bei wiederkehrender Entzündung oder schmerzhafter Fehlstellung kann eine operative Korrektur sehr wirksam sein.

TMT-I-Instabilität und Arthrose

Beschreibung der Pathologie: Das TMT-I-Gelenk verbindet den ersten Mittelfußknochen mit dem inneren Fußwurzelknochen. Ist dieses Gelenk instabil, kann sich der erste Mittelfußknochen übermäßig bewegen. Dies begünstigt unter anderem Vorfußbeschwerden, Spreizfuß und Hallux-valgus-Fehlstellungen. Bei einer Arthrose ist der Gelenkknorpel abgenützt; es entstehen Schmerzen am inneren Mittelfuß, Belastungsschmerzen, Schwellung und manchmal ein knöcherner Höcker am Fußrücken.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Zu Beginn stehen stabile Schuhe, Einlagen mit Unterstützung des Längsgewölbes, Abrollhilfen, Physiotherapie, entzündungshemmende Maßnahmen und gegebenenfalls gezielte Infiltrationen im Vordergrund. Ziel ist es, die schmerzhafte Bewegung im Gelenk zu reduzieren und die Belastung besser zu verteilen.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei ausgeprägter Instabilität oder schmerzhafter Arthrose kann eine Versteifung des TMT-I-Gelenkes sinnvoll sein. Dieses Verfahren entspricht häufig der sogenannten Lapidus-Arthrodese. Dabei werden die geschädigten Gelenkflächen entfernt, die Fehlstellung korrigiert und das Gelenk mit Schrauben und/oder Platten in stabiler Position fixiert.

Nachbehandlung: Nach einer Versteifung ist meist eine Entlastung oder Teilbelastung für mehrere Wochen notwendig, häufig in einem Walker-Stiefel oder Spezialschuh. Danach wird die Belastung schrittweise gesteigert. Röntgenkontrollen dienen dazu, die knöcherne Durchbauung zu überprüfen.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Wundheilungsstörungen, Infektionen, Schwellung, verzögerte oder ausbleibende Knochenheilung, Reizung durch Implantate, Korrekturverlust, Gefühlsstörungen und Restbeschwerden bei angrenzenden Gelenken.

Fazit: Die TMT-I-Instabilität ist ein wichtiger Faktor bei bestimmten Vorfußfehlstellungen. Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen oder bereits eine schmerzhafte Arthrose besteht, kann eine gezielte Versteifung Schmerzen reduzieren und den Fuß stabilisieren.

TMT II-III Arthrose

Beschreibung der Pathologie: Die TMT-II- und TMT-III-Gelenke liegen im mittleren Anteil des Mittelfußes und sind natürlicherweise nur wenig beweglich. Eine Arthrose in diesem Bereich verursacht häufig belastungsabhängige Schmerzen am Fußrücken oder im Mittelfuß, Anlaufschmerzen, Schwellung und Druckbeschwerden im Schuh. Ursachen können frühere Lisfranc-Verletzungen, Fehlbelastungen, Spreizfuß, entzündliche Erkrankungen oder altersbedingter Verschleiß sein.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Häufig helfen feste Sohlen, Abrollzurichtungen, individuell angepasste Einlagen, Schuhmodifikationen, Physiotherapie, Gewichtsreduktion bei Überlastung, entzündungshemmende Medikamente und gezielte Gelenksinfiltrationen. Da diese Gelenke wenig Bewegung haben, kann bereits eine gute Stabilisierung im Schuh eine deutliche Besserung bringen.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei anhaltenden Beschwerden kann eine Arthrodese der betroffenen TMT-II- und/oder TMT-III-Gelenke durchgeführt werden. Dabei werden die schmerzhaften Gelenkflächen entfernt und die Knochen in günstiger Stellung mit Schrauben, Platten oder Klammern stabilisiert. Ziel ist ein schmerzärmerer, belastbarer Mittelfuß.

Nachbehandlung: Nach der Operation ist meist eine mehrwöchige Entlastung oder Teilbelastung notwendig. Die knöcherne Heilung wird durch regelmäßige Röntgenkontrollen überprüft. Nach ausreichender Durchbauung erfolgt der schrittweise Übergang zu normalem Schuhwerk, oft mit Einlagenversorgung.

Risiken und Nebenwirkungen: Zu den möglichen Risiken zählen Infektion, Wundheilungsstörung, verzögerte Knochenheilung, Pseudarthrose, Implantatreizung, anhaltende Schwellung, Gefühlsstörungen und Belastungsbeschwerden an benachbarten Gelenken.

Fazit: Die TMT-II-III-Arthrose ist eine häufige Ursache von Mittelfußschmerzen. Konservative Maßnahmen können lange hilfreich sein. Bei fortgeschrittener Arthrose ist die Versteifung dieser wenig beweglichen Gelenke eine bewährte Möglichkeit zur Schmerzreduktion.

TMT IV-V Arthrose

Beschreibung der Pathologie: Die TMT-IV- und TMT-V-Gelenke gehören zur äußeren Fußsäule und sind beweglicher als die inneren Mittelfußgelenke. Eine Arthrose in diesem Bereich verursacht Schmerzen am äußeren Mittelfuß, besonders beim Gehen auf unebenem Boden, bei Drehbewegungen oder längerer Belastung. Häufig bestehen Druckbeschwerden im Schuh oder eine lokale Schwellung.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Im Vordergrund stehen Einlagen, stabile Schuhe, Sohlenversteifung, Abrollhilfen, lokale Polsterung, Physiotherapie und entzündungshemmende Maßnahmen. Infiltrationen können helfen, die genaue Schmerzquelle zu bestätigen und Beschwerden vorübergehend zu lindern.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Da die äußere Fußsäule Beweglichkeit für die Anpassung an unebenen Untergrund benötigt, wird eine Versteifung hier zurückhaltender beurteilt als an den inneren TMT-Gelenken. Je nach Befund kommen eine begrenzte Arthrodese, Entfernung störender Knochenanbauten, Stabilisierung bei Instabilität oder in ausgewählten Fällen gelenkerhaltende Verfahren infrage.

Nachbehandlung: Die Nachbehandlung richtet sich nach dem Eingriff. Nach einer Versteifung ist meist eine längere Entlastung oder Teilbelastung erforderlich. Nach gelenkerhaltenden Maßnahmen kann die Mobilisierung oft früher beginnen. Schwellungen im äußeren Mittelfuß können mehrere Wochen bestehen.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Wundheilungsstörung, Infektion, anhaltende Schwellung, Nervenreizungen am äußeren Fußrand, Restschmerzen, eingeschränkte Anpassungsfähigkeit des Fußes und bei Versteifungen eine verzögerte Knochenheilung.

Fazit: Arthrosen der TMT-IV-V-Gelenke erfordern eine besonders genaue Abwägung, weil diese Gelenke für die Beweglichkeit der äußeren Fußsäule wichtig sind. Konservative Maßnahmen stehen daher lange im Vordergrund; operative Eingriffe werden individuell geplant.

NC-/CC- und TN-Arthrosen

Beschreibung der Pathologie: Die Abkürzungen NC, CC und TN bezeichnen Gelenke im Rück- und Mittelfuß: das navikulocuneiforme Gelenk, das calcaneocuboide Gelenk und das talonavikuläre Gelenk. Arthrosen in diesen Gelenken können Schmerzen im Fußgewölbe, am äußeren Fußrand oder im Bereich des Rückfußes verursachen. Häufig sind Fehlstellungen, frühere Verletzungen, Knicksenkfuß, Hohlfuß oder entzündliche Erkrankungen beteiligt.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Eingesetzt werden Einlagen zur Gewölbeunterstützung, stabile Schuhe, Abrollhilfen, Orthesen, Physiotherapie, entzündungshemmende Medikamente und gezielte Infiltrationen. Wichtig ist auch die Behandlung einer zugrunde liegenden Fußfehlstellung, da sonst die Arthrosebeschwerden weiter zunehmen können.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei fortgeschrittener Arthrose kann eine gezielte Versteifung des schmerzhaften Gelenkes notwendig sein. Je nach Ausdehnung betrifft dies nur ein einzelnes Gelenk oder mehrere Gelenke des Mittel- und Rückfußes. Gleichzeitig kann eine vorhandene Fehlstellung korrigiert werden, um die Belastungsachse des Fußes zu verbessern.

Nachbehandlung: Nach einer Arthrodese ist in der Regel eine längere Ruhigstellung mit Entlastung oder Teilbelastung notwendig. Die Dauer hängt von der Anzahl der versteiften Gelenke und der Knochenheilung ab. Röntgenkontrollen und eine schrittweise Belastungssteigerung sind wesentliche Bestandteile der Nachbehandlung.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Infektion, Wundheilungsstörung, verzögerte Knochenheilung, Pseudarthrose, Implantatbeschwerden, Restfehlstellung, anhaltende Schwellung, Nervenreizungen und Mehrbelastung benachbarter Gelenke.

Fazit: Arthrosen der NC-, CC- und TN-Gelenke können die Statik des gesamten Fußes beeinflussen. Eine genaue klinische und bildgebende Abklärung ist entscheidend, um konservative Maßnahmen gezielt einzusetzen oder eine operative Korrektur sinnvoll zu planen.

USG Arthrosen

Beschreibung der Pathologie: Das untere Sprunggelenk, kurz USG, ermöglicht vor allem die seitliche Anpassung des Fußes an unebenen Boden. Bei einer USG-Arthrose ist dieser Gelenkbereich abgenützt. Typisch sind Schmerzen unterhalb des Innen- oder Außenknöchels, eingeschränkte Beweglichkeit, Unsicherheit auf unebenem Untergrund und manchmal eine zunehmende Fehlstellung des Rückfußes.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Stabile Schuhe, Einlagen, Orthesen, Abrollhilfen, Physiotherapie, entzündungshemmende Medikamente und gezielte Infiltrationen können Beschwerden lindern. Ziel ist es, die schmerzhafte Bewegung zu reduzieren und die Rückfußstellung zu verbessern.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei fortgeschrittener Arthrose kommt häufig eine Versteifung des unteren Sprunggelenks infrage. Je nach Fehlstellung und Beteiligung weiterer Gelenke kann eine isolierte subtalare Arthrodese oder eine kombinierte Rückfußversteifung notwendig sein. Ziel ist ein stabiler, möglichst schmerzfreier Rückfuß.

Nachbehandlung: Nach einer USG-Versteifung ist meist eine mehrwöchige Entlastung oder Teilbelastung in Gips, Walker oder Spezialstiefel notwendig. Die Belastung wird erst nach gesicherter Knochenheilung gesteigert. Physiotherapie hilft anschließend beim Gangbild und beim Kraftaufbau.

Risiken und Nebenwirkungen: Zu den Risiken zählen Wundheilungsstörungen, Infektionen, verzögerte Knochenheilung, Pseudarthrose, Implantatreizung, Restschmerzen, Nervenreizungen und eine eingeschränkte Anpassung des Fußes an unebenen Boden.

Fazit: Die USG-Arthrose betrifft ein für die Geländeanpassung wichtiges Gelenk. Konservative Stabilisierung kann lange helfen. Bei fortgeschrittener Arthrose kann eine Versteifung deutliche Schmerzfreiheit bringen, auch wenn ein Teil der Rückfußbeweglichkeit verloren geht.

OSG Arthrosen

Beschreibung der Pathologie: Das obere Sprunggelenk, kurz OSG, verbindet Unterschenkel und Fuß und ist für das Abrollen beim Gehen zentral. Eine OSG-Arthrose entsteht häufig nach Verletzungen, Achsfehlstellungen, Instabilität oder Knorpelschäden. Beschwerden sind Belastungsschmerz, Anlaufschmerz, Schwellung, Bewegungseinschränkung und zunehmende Einschränkung der Gehstrecke.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Behandelt wird zunächst mit stabilen Schuhen, Abrollsohlen, Einlagen, Orthesen, Physiotherapie, Gewichtsoptimierung, entzündungshemmenden Medikamenten und Infiltrationen. Ziel ist Schmerzreduktion, Erhalt der Beweglichkeit und Vermeidung weiterer Fehlbelastung.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Je nach Stadium kommen gelenkerhaltende Eingriffe wie Achskorrekturen, Entfernung störender Knochenanbauten oder Knorpelbehandlungen infrage. Bei fortgeschrittener Arthrose stehen die Versteifung des oberen Sprunggelenks oder eine Sprunggelenksprothese zur Verfügung. Die Wahl hängt von Alter, Aktivitätsniveau, Knochenqualität, Achse und Begleiterkrankungen ab.

Nachbehandlung: Die Nachbehandlung ist stark vom Eingriff abhängig. Nach gelenkerhaltenden Operationen kann die Mobilisierung früher beginnen. Nach Versteifung oder Prothese sind meist mehrere Wochen Schutz, Teilbelastung und engmaschige Kontrollen erforderlich. Physiotherapie dient dem Gangbild, der Beweglichkeit und dem Muskelaufbau.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Infektion, Wundheilungsstörung, Thrombose, anhaltende Schwellung, Restschmerzen, Implantatprobleme, Lockerung einer Prothese, ausbleibende Knochenheilung bei Versteifung, Nervenreizungen und eine Überlastung angrenzender Gelenke.

Fazit: Die OSG-Arthrose kann die Mobilität stark einschränken. Eine stadiengerechte Behandlung ist entscheidend: Anfangs stehen konservative und gelenkerhaltende Maßnahmen im Vordergrund, bei fortgeschrittener Arthrose können Versteifung oder Prothese die Lebensqualität deutlich verbessern.

OSG Instabilität (medial und lateral) und Impingement

Beschreibung der Pathologie: Eine OSG-Instabilität entsteht häufig nach Umknickverletzungen. Lateral betrifft sie die Außenbänder, medial den Bandapparat an der Innenseite des Sprunggelenks. Betroffene berichten über wiederholtes Umknicken, Unsicherheit, Schwellung und Schmerzen. Beim Impingement werden Weichteile oder Knochenvorsprünge im Gelenk eingeklemmt; dies verursacht oft stechende Schmerzen bei bestimmten Bewegungen, etwa beim tiefen Beugen oder Strecken des Sprunggelenks.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Wichtig sind Physiotherapie mit Koordinations- und Stabilisationstraining, Kräftigung der Unterschenkelmuskulatur, propriozeptives Training, Bandagen, Orthesen, geeignetes Schuhwerk und Belastungsanpassung. Bei entzündlichem Impingement können entzündungshemmende Maßnahmen oder Infiltrationen hilfreich sein.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei anhaltender Instabilität kann eine Bandrekonstruktion oder Bandplastik durchgeführt werden, meist an der Außenseite, seltener an der Innenseite. Beim Impingement können eingeklemmte Weichteile oder knöcherne Anbauten arthroskopisch oder offen entfernt werden. Häufig werden Instabilität und Impingement gemeinsam behandelt, wenn beide Ursachen Beschwerden verursachen.

Nachbehandlung: Nach einer Bandoperation erfolgt meist eine Schutzphase in Orthese oder Walker, anschließend stufenweise Belastungssteigerung und intensive Physiotherapie. Sportliche Belastungen werden erst nach ausreichender Stabilität, Beweglichkeit und Kraft wieder aufgenommen. Nach einer reinen Arthroskopie kann die Mobilisierung oft schneller erfolgen.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Infektion, Wundheilungsstörung, Nervenreizungen, anhaltende Schwellung, Bewegungseinschränkung, erneute Instabilität, Überkorrektur mit Steifigkeitsgefühl, Restimpingement und fortbestehende Schmerzen bei begleitenden Knorpelschäden.

Fazit: Wiederholtes Umknicken sollte nicht verharmlost werden, da chronische Instabilität Knorpel und Gelenk langfristig schädigen kann. Mit gezieltem Training lässt sich viel erreichen; bei bleibender Instabilität oder mechanischem Impingement kann eine Operation die Funktion verbessern.

Osteochondrale Läsionen am OSG (Knorpelschäden)

Beschreibung der Pathologie: Osteochondrale Läsionen sind umschriebene Schäden an Knorpel und darunterliegendem Knochen im oberen Sprunggelenk, meist am Sprungbein. Sie entstehen häufig nach Umknickverletzungen, wiederholter Überlastung oder Instabilität. Typisch sind tiefe Gelenkschmerzen, Schwellung, Belastungsbeschwerden und manchmal Blockade-, Schnapp- oder Einklemmungsgefühle.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Kleine und stabile Läsionen können mit Belastungsreduktion, Physiotherapie, entzündungshemmenden Maßnahmen, Orthesen, Einlagen und Anpassung der sportlichen Aktivität behandelt werden. Wichtig ist die gleichzeitige Behandlung einer Instabilität oder Fehlstellung, wenn diese den Knorpelschaden unterhält.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Je nach Größe, Tiefe und Stabilität der Läsion kommen arthroskopische Verfahren wie Glättung, Mikrofrakturierung oder Anbohrung infrage. Bei größeren Defekten können knorpelregenerative Verfahren, Knochen-Knorpel-Transplantationen oder Auffüllungen mit Knochenersatzmaterial notwendig sein. Begleitende Bandinstabilitäten oder Achsfehlstellungen sollten mitbehandelt werden.

Nachbehandlung: Häufig ist nach knorpelchirurgischen Eingriffen eine mehrwöchige Teilbelastung erforderlich. Bewegungsübungen beginnen je nach Verfahren früh, um die Gelenkbeweglichkeit zu erhalten. Die Rückkehr zu Sport erfolgt schrittweise und abhängig von Heilung, Beschwerdeverlauf und Bildgebung.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Infektion, Wundheilungsstörung, anhaltende Schwellung, Restschmerzen, Steifigkeit, unvollständige Knorpelheilung, erneute Läsion, Thrombose und Beschwerden durch Begleitprobleme wie Instabilität oder Arthrose.

Fazit: Knorpelschäden am oberen Sprunggelenk sollten frühzeitig abgeklärt werden, besonders nach wiederholten Umknickverletzungen. Die Behandlung richtet sich nach Größe und Stabilität des Defekts. Entscheidend ist, nicht nur den Knorpelschaden, sondern auch seine Ursache zu behandeln.

Knicksenk- / Plattfuß

Beschreibung der Pathologie: Beim Knicksenk- oder Plattfuß sinkt das innere Fußgewölbe ab, der Rückfuß kippt nach innen und der Vorfuß kann nach außen abweichen. Im Erwachsenenalter ist häufig eine Schwäche oder Schädigung der Tibialis-posterior-Sehne beteiligt. Beschwerden treten an der Innenseite des Fußes und Sprunggelenks, im Fußgewölbe oder später auch außen unter dem Außenknöchel auf.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Je nach Stadium helfen Einlagen, stabile Schuhe, Orthesen, Physiotherapie zur Kräftigung und Koordination, Dehnung der Wadenmuskulatur, Gewichtsreduktion, entzündungshemmende Maßnahmen und Belastungsanpassung. Flexible Fehlstellungen sprechen meist besser auf konservative Maßnahmen an als bereits starre Deformitäten.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei flexiblen Fehlstellungen können Sehnentransfer, Fersenbeinverschiebung, Verlängerung der äußeren Fußsäule, Korrektur des medialen Fußgewölbes oder begleitende Weichteileingriffe notwendig sein. Bei starren Fehlstellungen oder begleitender Arthrose kommen Versteifungen einzelner oder mehrerer Rückfußgelenke infrage. Die Operation wird individuell nach Fehlstellung und Beschwerden geplant.

Nachbehandlung: Nach rekonstruktiven Eingriffen oder Versteifungen ist meist eine längere Entlastung oder Teilbelastung notwendig. Anschließend folgen schrittweise Belastungssteigerung, Physiotherapie und oft eine Einlagen- oder Orthesenversorgung. Die vollständige Erholung kann mehrere Monate dauern.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Wundheilungsstörungen, Infektionen, Schwellung, Nervenreizungen, Über- oder Unterkorrektur, Restfehlstellung, verzögerte Knochenheilung, Sehnenprobleme, Implantatbeschwerden und eine längere Rehabilitationsdauer.

Fazit: Der Knicksenk- oder Plattfuß ist nicht immer krankhaft. Behandlungsbedürftig wird er, wenn Schmerzen, zunehmende Fehlstellung oder Funktionsverlust auftreten. Eine frühe Behandlung kann das Fortschreiten bremsen; fortgeschrittene Formen benötigen oft eine operative Rekonstruktion.

Hohlfuß

Beschreibung der Pathologie: Beim Hohlfuß ist das Fußgewölbe übermäßig hoch. Häufig ist der Rückfuß nach außen gekippt und der Vorfuß stärker belastet. Dadurch entstehen Druckstellen, Vorfußschmerzen, Instabilität im Sprunggelenk, Überlastung der Sehnen und Beschwerden an der Ferse. In manchen Fällen liegt eine neurologische Ursache zugrunde, weshalb eine genaue Abklärung wichtig ist.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Zum Einsatz kommen individuell angepasste Einlagen mit Druckentlastung, stabile oder knöchelhohe Schuhe, Polsterungen, Physiotherapie, Dehnung verkürzter Strukturen und Stabilisationstraining. Bei Instabilität können Bandagen oder Orthesen hilfreich sein.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Die Operation richtet sich nach Ursache und Flexibilität der Fehlstellung. Möglich sind Sehnenverlagerungen, Lösung verkürzter Weichteile, Korrekturosteotomien am Fersenbein oder Mittelfuß sowie bei starren Fehlstellungen Versteifungen. Ziel ist ein besser belastbarer, stabilerer Fuß mit gleichmäßiger Druckverteilung.

Nachbehandlung: Nach knöchernen Korrekturen ist meist eine mehrwöchige Entlastung oder Teilbelastung notwendig. Danach folgen Belastungsaufbau, Physiotherapie und Anpassung von Einlagen oder Schuhen. Bei neurologischen Ursachen ist eine langfristige Betreuung wichtig.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Infektion, Wundheilungsstörung, Nervenreizungen, Über- oder Unterkorrektur, Restschmerzen, erneute Fehlstellung, verzögerte Knochenheilung und anhaltende Instabilität bei komplexer Ursache.

Fazit: Der Hohlfuß ist eine komplexe Fußform mit sehr unterschiedlichen Ursachen. Eine genaue Analyse der Statik, Beweglichkeit und möglichen neurologischen Auslöser ist entscheidend. Ziel jeder Behandlung ist eine bessere Druckverteilung und mehr Stabilität im Alltag.

Fersensporne (plantar und dorsal, inkl. Haglundferse)

Beschreibung der Pathologie: Ein plantarer Fersensporn entsteht an der Unterseite des Fersenbeins und ist häufig mit einer Reizung der Plantarfaszie verbunden. Der dorsale Fersensporn liegt an der Rückseite der Ferse im Bereich des Achillessehnenansatzes. Bei der Haglundferse besteht ein knöcherner Vorsprung am hinteren oberen Fersenbein, der Schuhdruck, Schleimbeutelreizungen und Achillessehnenbeschwerden auslösen kann.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Meist stehen Dehnungsübungen für Wadenmuskulatur und Plantarfaszie, Einlagen, Fersenpolster, geeignetes Schuhwerk, Stoßwellentherapie, Physiotherapie, entzündungshemmende Maßnahmen und Belastungsanpassung im Vordergrund. Beim dorsalen Fersensporn und der Haglundferse sind druckfreie Schuhe und Fersenerhöhungen oft hilfreich.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Eine Operation ist meist erst nach längerer erfolgloser konservativer Behandlung sinnvoll. Plantar kann eine Entlastung der Plantarfaszie oder Entfernung störender Knochenanteile erwogen werden. Dorsal können knöcherne Vorsprünge, entzündete Schleimbeutel und geschädigtes Sehnengewebe entfernt werden; bei Bedarf wird die Achillessehne wieder am Fersenbein befestigt.

Nachbehandlung: Nach plantaren Eingriffen erfolgt häufig eine schrittweise Belastung im Spezialschuh. Nach Operationen an der Rückseite der Ferse ist je nach Sehnenbeteiligung eine Ruhigstellung im Walker mit Fersenkeil und stufenweiser Belastung notwendig. Physiotherapie unterstützt Beweglichkeit, Kraftaufbau und Gangbild.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Wundheilungsstörungen, Infektionen, Narbenbeschwerden, anhaltende Fersenschmerzen, Nervenreizungen, Schwäche der Plantarfaszie oder Achillessehne, erneute Knochenbildung und längere Schwellneigung.

Fazit: Fersensporne sind oft Ausdruck einer chronischen Überlastung der Sehnen- oder Faszienansätze. In vielen Fällen bessern konservative Maßnahmen die Beschwerden deutlich. Eine Operation bleibt ausgewählten Fällen mit anhaltenden, alltagsrelevanten Schmerzen vorbehalten.

Achillessehnenpathologien

Beschreibung der Pathologie: Achillessehnenpathologien umfassen Reizzustände, degenerative Veränderungen, Teilrisse, Verkalkungen, Schleimbeutelreizungen und Beschwerden am Sehnenansatz oder im mittleren Sehnenanteil. Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen, Morgensteifigkeit, Verdickung der Sehne, Druckschmerz und eingeschränkte Sportfähigkeit. Risikofaktoren sind Überlastung, verkürzte Wadenmuskulatur, Fehlstellungen, ungeeignetes Schuhwerk und rasche Trainingssteigerung.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: In vielen Fällen helfen Belastungsanpassung, Physiotherapie, exzentrisches oder angepasstes Krafttraining, Dehnung, Fersenerhöhung, Einlagen, Stoßwellentherapie und entzündungshemmende Maßnahmen. Infiltrationen müssen im Bereich der Achillessehne sorgfältig abgewogen werden, da bestimmte Medikamente die Sehnenqualität beeinträchtigen können.

Operative Behandlungsmöglichkeiten: Bei anhaltenden Beschwerden trotz konsequenter Therapie können geschädigte Sehnenanteile entfernt, Verkalkungen oder knöcherne Anbauten abgetragen und die Sehne geglättet oder rekonstruiert werden. Bei Ansatzproblemen kann eine teilweise Ablösung und stabile Wiederbefestigung der Achillessehne notwendig sein. Bei Rissen richtet sich die Behandlung nach Rissform, Aktivitätsniveau und Begleiterkrankungen.

Nachbehandlung: Die Nachbehandlung hängt stark vom Eingriff ab. Häufig wird ein Walker mit Fersenkeilen verwendet, die Belastung wird schrittweise gesteigert. Physiotherapie ist entscheidend für Beweglichkeit, Kraftaufbau und Wiedererlangen der Belastbarkeit. Die Rückkehr zu Sport kann mehrere Monate dauern.

Risiken und Nebenwirkungen: Möglich sind Wundheilungsstörungen, Infektionen, Narbenprobleme, erneute Sehnenbeschwerden, Sehnenriss, Kraftverlust, anhaltende Schwellung, Nervenreizungen, Thrombose und eine längere Rehabilitationsphase.

Fazit: Erkrankungen der Achillessehne benötigen Geduld und eine konsequente Therapie. Der überwiegende Teil lässt sich konservativ bessern. Bei strukturellen Schäden, Verkalkungen oder anhaltenden Beschwerden kann eine operative Behandlung helfen, Belastbarkeit und Lebensqualität wiederherzustellen.