Beschreibung der Pathologie
Bei der Hüftkopfnekrose kommt es zu einer Durchblutungsstörung des Hüftkopfes. Dadurch kann Knochengewebe absterben, seine Stabilität verlieren und im Verlauf einbrechen. Anfangs bestehen oft nur unspezifische Leisten- oder Gesäßschmerzen, später treten Belastungsschmerz, Bewegungseinschränkung, Hinken und zunehmende Arthrosezeichen auf. Mögliche Risikofaktoren sind Kortisontherapie, Alkohol, Stoffwechselerkrankungen, Durchblutungsstörungen, Unfallfolgen oder bestimmte Systemerkrankungen.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten
In sehr frühen Stadien können Entlastung, Anpassung der Aktivität, Schmerztherapie, Physiotherapie und Behandlung von Risikofaktoren versucht werden. Wichtig ist eine genaue Verlaufskontrolle, da die Erkrankung auch trotz Beschwerdelinderung fortschreiten kann. Die MRT-Untersuchung ist besonders hilfreich, um frühe Stadien zu erkennen.
Operative Behandlungsmöglichkeiten
Die operative Therapie richtet sich nach Stadium und Ausmaß der Nekrose. In frühen Stadien können gelenkerhaltende Verfahren wie eine Entlastungsbohrung, gegebenenfalls kombiniert mit Knochenaufbau oder biologischen Verfahren, infrage kommen. Ist der Hüftkopf bereits eingebrochen oder besteht eine fortgeschrittene Arthrose, ist häufig ein künstliches Hüftgelenk die zuverlässigste Behandlungsoption.
Nachbehandlung
Nach gelenkerhaltenden Eingriffen ist meist eine längere Teilbelastung mit Gehstützen notwendig, damit der Hüftkopf entlastet wird. Regelmäßige klinische und bildgebende Kontrollen sind wichtig. Nach einer Hüftprothese erfolgt die Nachbehandlung ähnlich wie bei der Hüftgelenksarthrose mit früher Mobilisation, Physiotherapie und Gangschulung.
Risiken und Nebenwirkungen
Möglich sind Fortschreiten der Nekrose trotz Therapie, Einbruch des Hüftkopfes, Entwicklung einer Arthrose, anhaltende Schmerzen, Infektion, Thrombose, Bewegungseinschränkung, verzögerte Knochenheilung und bei Prothesen die allgemeinen Risiken eines Gelenkersatzes.
Fazit
Die Hüftkopfnekrose sollte früh erkannt werden, weil in frühen Stadien gelenkerhaltende Maßnahmen möglich sind. Bei fortgeschrittenem Knochenkollaps steht die Schmerzreduktion und Wiederherstellung der Gehfähigkeit im Vordergrund, häufig durch einen Hüftgelenksersatz.