Beschreibung der Pathologie
Das Labrum ist eine faserknorpelige Gelenklippe, die die flache Schulterpfanne vertieft und zur Stabilität des Schultergelenks beiträgt. Bei einer SLAP-Läsion ist der obere Anteil des Labrums im Bereich des Ansatzes der langen Bizepssehne verletzt. Ursachen können Stürze auf den ausgestreckten Arm, ruckartige Zugbelastungen, wiederholte Überkopfbewegungen oder degenerative Veränderungen sein. Typisch sind tiefe Schulterschmerzen, Schnappen, Blockadegefühl, Kraftverlust und Beschwerden bei Überkopfbelastung.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten
Bei kleineren oder degenerativen Läsionen kann zunächst konservativ behandelt werden. Dazu gehören Belastungsreduktion, entzündungshemmende Maßnahmen, gezielte Physiotherapie zur Zentrierung des Oberarmkopfes, Kräftigung der Rotatorenmanschette und Schulterblattmuskulatur sowie Anpassung sportlicher oder beruflicher Überkopfbelastungen.
Operative Behandlungsmöglichkeiten
Bei anhaltenden Beschwerden, mechanischen Symptomen oder ausgeprägter Instabilität kann eine Arthroskopie notwendig werden. Je nach Befund werden eingerissene Labrumanteile geglättet, das Labrum refixiert oder bei relevanter Beteiligung der langen Bizepssehne eine Bizepstenodese durchgeführt. Die Wahl des Verfahrens hängt von Alter, Aktivitätsniveau, Gewebequalität und Begleitverletzungen ab.
Nachbehandlung
Nach einer reinen Glättung ist die Rehabilitation meist kürzer. Nach einer Labrumrefixation oder Bizepssehnenbehandlung wird der Arm für mehrere Wochen in einer Orthese geschützt. Die Beweglichkeit wird stufenweise aufgebaut, anfangs meist passiv oder assistiv. Kräftigung und sportliche Überkopfbelastungen folgen erst nach ausreichender Heilung.
Risiken und Nebenwirkungen
Möglich sind Infektion, Bluterguss, Steifigkeit, anhaltende Schmerzen, erneute Labrumverletzung, Restinstabilität, Nervenreizungen, Bewegungseinschränkung und Beschwerden im Bereich der Bizepssehne.
Fazit
SLAP-Läsionen können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Nicht jeder Labrumriss muss operiert werden. Entscheidend sind Beschwerden, Aktivitätsanspruch, Begleitverletzungen und der klinische Befund. Bei mechanischen Symptomen oder anhaltenden Schmerzen kann eine arthroskopische Behandlung sinnvoll sein.